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Warum deine Sensibilität deine Super-Power ist


So schaffst du es, deine Sensibilität als Stärke zu nutzen

Wie sehr beschäftigt es dich, was andere Menschen von dir halten?

Wie oft hast du dich schon dafür verurteilt, dass du dir die Aussagen der anderen schon wieder zu sehr zu Herzen genommen hast?

Wie oft hast du schon gedacht, du müsstest weniger sensibel sein?


Ich kann vieles davon sehr gut nachempfinden. Bis vor noch gar nicht allzu langer Zeit haben mich genau diese Fragen sehr intensiv beschäftigt. Und ganz ehrlich: Das tun sie zum Teil immer noch. Denn Heilung ist kein linearer Prozess. Heilung ist es etwas, das geschieht, wenn du dich bewusst dafür entscheidest, dich in der Tiefe mit dir selbst auseinanderzusetzen. Und es geht in erster Linie vor allem darum, seine eigenen blockierenden Muster zu erkennen. Im nächsten Schritt entwickelst du Strategien, um mit ihnen umgehen zu können.


Wir neigen dazu vermeintlich schlechte oder unnütze Anteile und Gefühle einfach “wegmachen” zu wollen, indem wir sie übergehen und verdrängen. Die Folge daraus ist, dass wir einen Teil unseres wahren Selbst verleugnen und gleichzeitig immer wieder mit diesen zurückgedrängten Anteilen (oder auch Schattenthemen) und Gefühlen im Alltag konfrontiert werden. Wir sehnen uns eigentlich danach, komplett zu werden und spalten paradoxerweise jedoch Teile von uns ab, um den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen. Wir denken, dass wir alles daran setzen müssen, diese Anteile zu verbannen, um ein glücklicherer Mensch zu werden. Was wir dabei vergessen, ist, dass es gute Gründe gibt, warum wir so empfinden. Es geht also vielmehr darum, hinter die Fassade zu blicken und zu verstehen, was dir deine von dir nicht gern gesehenen Anteile sagen möchten und wie du dich ihnen widmen kannst.


Ich dachte immer, es geht darum, mich zu einem weniger empfindsamen Menschen hin zu entwickeln, härter im Nehmen zu werden und vor allem lauter zu werden. Ich dachte, wenn andere erfolgreich sind, weil sie laut sind, muss ich das auch werden. Ich hatte das Gefühl, für die empfindsame, sensible und introvertierte Person, die ich war (und bin), abgelehnt zu werden. Um das zu verhindern, begann ich, diesen Teil möglichst sicher zu verstecken und mich zu einer Meisterin der Anpassung zu entwickeln.


Unser Gesellschaftssystem hat vermeintlich wenig Platz für Menschen mit “Schwächen”. Und natürlich macht es rein evolutionär bedingt total Sinn: In der Wildnis mit Verletzlichkeit überleben? Ich bezweifle, dass das lange gut geht.


Verletzlichkeit ist ein No Go. Vor allem in jungen Jahren. Es geht immerhin um Spaß und nicht um Tiefgründigkeit. Denn was bringt mir Verletzlichkeit schon? Kleiner Spoiler: Das wahrscheinlich Beste, was dir als Mensch wohl passieren kann – Verbundenheit zu anderen.


Der Grund, warum es uns schwerfällt, uns verletzlich zu zeigen, ist, dass viele von uns ein tiefsitzendes Schamgefühl aus frühen Kindheitserfahrungen mit sich tragen. Wir dürfen lernen, uns selbst und andere Menschen in ihrer Verletzlichkeit anzuerkennen. Wir dürfen erfahren, dass Verletzlichkeit unseren Beziehungen Tiefe verleiht und unserem Leben Authentizität schenkt.

Viele introvertierte und sensible Menschen eignen sich schon früh unterbewusst Strategien an, um ins System zu passen. Sie wollen nicht auffallen zwischen den extravertierten* und lauten Menschen. Doch der Preis, den sie dafür zahlen, ist hoch, denn genau diese Strategien sind mit unwahrscheinlich viel Kraftaufwand verbunden, was den meisten nicht einmal bewusst ist. Und nicht nur das: Sie arbeiten auf diese Weise jahre- oder gar jahrzehntelang gegen ihren natürlichen Wesenskern an. Sie spielen von Kindesbeinen an bis ins Erwachsenenalter immer dasselbe Spiel, weil sie früh gelernt haben, sich zu verstellen. Sensible Menschen sind Meisterinnen und Meister darin, sich ihrer Umwelt anzupassen – dabei spielt es erst einmal keine Rolle, ob es dienlich oder eigentlich hinderlich ist.


Doch die Wahrheit ist: Gerade sensible und introvertierte Menschen werden in unserer lauten und schnelllebigen Welt so sehr gebraucht.

Die Herausforderung, der die meisten sensiblen Menschen ausgesetzt sind, ist, dass sie mit ihrer hohen Empathie sehr stark spüren, wie es anderen Menschen geht und auf diese Weise viele Eindrücke von ihrer Umwelt aufnehmen. Das ist Fluch und Segen zugleich. Denn auf der einen Seite können sie sich dadurch unfassbar gut in ihre Mitmenschen einfühlen und auf der anderen Seite führt das dazu, dass viele nicht einordnen können, ob die wahrgenommenen Gefühle zu ihnen oder zu jemand anderem gehören. Der Schlüssel ist hier: Wende dich dir und deinen Gefühlen zu und grenze dich nach außen ab. Und das bedeutet nicht, dass du dich anderen Menschen gegenüber verschließt – im Gegenteil: Du achtest darauf, dass es dir gut geht, um dann genug Kapazitäten zu haben, um deine Superpower für dich und in Verbindung mit anderen einzusetzen. Es ist nämlich so: Du wirst gebraucht. Mit deiner ruhigen und feinfühligen Art kannst du den Menschen um dich herum enorm viel Halt und Kraft geben, um sich zu erden wieder mehr zu sich zu kommen.


Fällt es dir schwer, deine sensible und introvertierte Art wirklich kraftvoll zu leben und die Stärke darin zu erkennen? Befindest du dich gerade an einem Punkt, an dem du merkst, dass du etwas verändern möchtest, um dich selbst besser verstehen und spüren zu können? Hast du das Bedürfnis, mehr bei dir anzukommen, damit du selbstsicher auftreten kannst? Vielleicht fragst du dich, ob das alles überhaupt möglich ist? Ich kann dir versichern, dass es das ist. Und ich kann dir auch versichern, dass es sich lohnt.


Veränderung passiert nicht über Nacht, auch wenn wir uns das manchmal so sehr wünschen. Doch Veränderung passiert im allerersten Schritt mit einer Entscheidung. Und in diesem Fall ist es eine Entscheidung für dich. Im nächsten Schritt ist Veränderung das Ergebnis aus dem, was passiert, wenn du am Ball bleibst, wenn du dich immer wieder traust und dir erlaubst, ganz genau hinzuschauen und wirklich absolut ehrlich zu dir selbst zu sein, auch wenn es wehtut. Allein die Tatsache, dass du diesen Blogpost bis hierhin gelesen hast, bedeutet, dass du bereit bist, dich auf die Reise zu dir selbst zu begeben. Du hast alles, was du dafür brauchst, bereits in dir. Und du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Such dir Unterstützung. Wenn du nicht weißt, wo du ansetzen kannst, begleite ich dich von Herzen gerne auf deinem Weg. Ich war noch bis vor kurzem an einem ganz ähnlichen Punkt in meinem Leben und habe zusätzlich als Coach für feinfühlige Frauen die entsprechende Expertise, um dich auf einem Stück deines Weges zu begleiten.

Wenn du noch mehr über meine Geschichte erfahren möchtest, schau gerne hier vorbei.


Reflexionsfragen To Go:

Wie sehr erlaube ich mir, meine Sensibilität zuzulassen und zu leben?


Welche Blockaden halten mich auf, meine sensible und introvertierte Art als Stärke anzuerkennen?


In welchen Lebensbereichen verbiege ich mich für andere?


Was kann ich tun, um mich selbst besser zu spüren?


Wie kann ich mir selbst Anerkennung schenken, für die Person, die ich bin?


Wie gut tun mir die Verbindungen zu den Menschen, mit denen ich mich umgebe?


Mögliche Übungen, um mehr bei dir zu bleiben und deine eigenen Grenzen besser wahrnehmen zu können:

Es gibt kein Patentrezept, das du anwenden kannst, um dich und deine eigenen Grenzen besser wahrnehmen zu können. Was du jedoch auf jeden Fall machen kannst, ist, immer wieder auszuprobieren, was dir hilft.


Übung 1: Achte darauf, wann du spürst, dass du etwas nicht willst. Wichtig ist, dass du dich dafür nicht unter Druck setzt, sondern einfach erst einmal wahrnimmst und spürst, (z. B: indem du schaust, wie dein Körper reagiert). Schreibe dir auf, wann du über den Tag in dir eine Abwehr gespürt hast, wann du deine Grenzen gespürt hast und warum. Mit der Zeit wirst du ganz automatisch ein immer besseres Bewusstsein dafür entwickeln, wenn es um deine Grenzen geht.


Übung 2: Suche dir einen Ort (z. B. in der Natur), an dem du dich wohlfühlen, richtig zur Ruhe kommen und abschalten kannst. Nutze diesen Ort ganz bewusst dafür, um immer wieder zu ihm zurückzukehren und ganz bei dir und mit dir zu sein, tief durchzuatmen und runterzufahren. Nimm dir gerne ein Notizbuch mit und schreibe deine Gedanken und Gefühle auf, die an diesem Ort hochkommen.


Übung 3: Stell dich oder setz dich so hin, dass deine Füße den Boden berühren. Schließe für einen Moment deine Augen (sofern es sich für dich gut anfühlt) und spüre ganz achtsam, wie du fest mit beiden Füßen auf dem Boden stehst. Laufe in Gedanken mit deinem inneren Auge deinen Körper ab, indem du unten bei den Füßen beginnst, die Beine hoch wanderst, den Rücken, Schulter, Kopf und Arme. Nimm ganz bewusst wahr, wie sich dein Körper anfühlt. Spürst du irgendwo eine Enge? Woher könnte diese kommen? Wenn du soweit bist, öffnest du deine Augen wieder und schreibst ggf. ein paar Gedanken und Gefühle zu dieser Übung auf.


*Mir ist wichtig zu erwähnen, dass es kein besser oder schlechter gibt, wenn es um extra- und introvertierte Menschen geht – wir brauchen alles in unserer Gesellschaft. Ganz davon abgesehen, dass niemand zu 100 % das eine oder das andere ist. Da ich jedoch zum Großteil introvertiert bin und die Herausforderungen von introvertierten und sensiblen Menschen sehr gut kenne, gehe ich in diesem Beitrag nur auf diese Seite ein.

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